Haarporen

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Die Haarporen des Leders - Narben

Die Leder der verschiedenen Tierarten unterscheiden sich auch durch die Porung, die sich durch den Haarwuchs ergibt. Bei manchen Tieren wachsen die Haare schräg ein, bei manchen senkrecht. Bei anderen verteilen sich die Haarporen gleichmäßig über die ganze Haut, oder die Haarporen verlaufen parallel zum Narbenmuster.

In der DIN EN 15987 (Terminologie – Hauptdefinitionen für den Lederhandel - Juli 2015) und RAL 061 A1 (März 2016) wird die Außenseite des Leder nach Entfernung der Haare mit seiner Haarporenstruktur als Narben bezeichnet. Beim Leder von Vögeln sind es dann keine Haarporen, sondern Federfolikel und beim Fischleder ist die Schuppenstruktur charakterisierend.


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Haarporen - Federfolikel - Fischschuppen

 

Das Muster, welches die Haarporen erzeugen, gibt daher zusätzlich Aufschluss über die Tierart, von der das Leder stammt. Es kann auch auf das Alter eines Tieres hinweisen. Die Anzahl der Haarporen bleibt bei einem Rind über sein gesamtes Leben hinweg gleich, weshalb sich diese bei einem größeren Tier auf eine weitere Fläche verteilen. Auf derselben Hautfläche weist Kalbsleder entsprechend bis zu 3 bis 3,5mal so viele Poren auf wie auf Rindsleder.


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Bei der Kuhhaut wachsen die Haare schräg und gleichmäßig verteilt.

 

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Beim Büffelleder wachsen die Haare senkrechter. - Peccary hat immer Dreierpaarungen der Haarporen. - Haarporen der Robbenhaut.

 

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Die Haarporen beim Ziegenleder sind in halbmondförmigen Gruppen angeordnet.

 

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Die Haarporen beim Schafsleder sind in Reihen. Bei Wollschafen sind die Poren kleiner.

 

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Auch beim Lammleder sind die Haarporen in Reihen.

 


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Gut erkennbar: Die Haarporen bei einem empfindlichen, offenporigem Stiefel.

 

feinporiges Leder - grobporiges Leder - feinnarbiges Leder - grobnarbiges Leder

Lederoberflächen werden manchmal auch als feinporig oder grobporig beschrieben oder als grobnarbig oder feinnarbig. Bei "feinporig" oder "grobporig" sind dann nicht immer eindeutig die Haarporen gemeint, die man meist nur mit der Lupe erkennen kann. Meist ist der Gesamteindruck der Oberfläche gemeint. Ein Büffelleder wird als "grobporig" bezeichnet. Nicht weil die Haarporen so groß sind, sondern weil die Oberfläche fast wie ein Rauleder wirkt. Ein Elefantenleder würde man wegen der Tiefe der Narbung als "grobnarbig" bezeichnen, nicht als "grobporig". Ein feines Lammleder kann dann aber als feinnarbig oder als feinporig bezeichnet werden. Fachleute wie Ledertechniker werden die Begriffe deutlich trennen. Aber im allgemeinen Sprachgebrauch und in der Werbung wird die Porigkeit nicht immer mit der tatsächlichen Größe und/oder Dichte der Haarporen in Verbindung gebracht, sondern die allgemeine "Feinheit" der Oberfläche beschrieben. Gelegentlich wird statt von "grobporigen" Ledern auch von "großporigen" gesprochen. Bei einer engen Interpretation wird dann die tatsächliche Größe der Pore im Vergleich zu anderen Größen von Poren gesprochen, aber meist wird das Gleiche wie bei "grobporig" gemeint. Es ist dann die Beschreibung einer weniger feinen Lederoberfläche.


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Grobporige Leder: Büffelleder - Fahrradsattel aus Rindsleder - Muränenleder

 

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Grobnarbige Leder: Elefantenleder- Krokoleder - Rindsleder

 

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Als feinporig bezeichnet man glatte, weiche Leder ohne sichtbare Poren. Hier Kalbsleder und Lammleder.

 

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Als feinnarbig bezeichnet man glatte, weiche Leder.

 

Narbenunterschied-001.jpg Narbenunterschied-002.jpg Narbenunterschied-003.jpg

Auf einer Haut: feinnarbig -> Übergang -> grobnarbig


Offenporige Leder

Man unterscheidet Leder auch danach, ob diese "offenporig" sind oder nicht. Damit ist die Fähigkeit gemeint, dass Feuchtigkeit eindringen kann. Manchmal ist auch die Atmungsaktivität des Leders damit gemeint, was mit der Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen damit Hand in Hand geht. Ausführliche Infos dazu unter "Offenporige Leder".


Filme über die Prüfung der Offenporigkeit von Glattledern.


Geprägte Haarporen

Manchmal werden die Haarporen in das Leder geprägt, um diese natürlicher und auch wertiger Erscheinen zu lassen. Bei Anilinledern und bei Semianilinledern sind die gut erkennbaren Haarporen ein vorgeschriebenes Merkmal. Es kommt immer wieder vor, dass Semianilinleder angeboten werden, die keine sind. Mit geprägten Pooren wird dann versucht, die gewünschte Optik zu erreichen.


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Geschliffen, pigmentiert und geprägt. Die Haarporen sind geprägt.

 

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Geschliffen, pigmentiert und geprägt. Die Haarporen sind sehr plump geprägt.

 

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