Lederqualität

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Lederqualität

Leder ist ein Naturprodukt und daher nicht immer gleich. Große Unterschiede sind von Tierart zu Tierart. Aber auch innerhalb einer Tierart sind teilweise deutliche Unterschiede in der Hautqualität von Rasse zu Rasse. Dazu gibt es Unterschiede beim Geschlecht der Tiere, dem Alter, der Ernährung, der Fütterung und der Haltung. Auch von Tier zu Tier sind die Häute selbst bei gleicher Rasse, gleichem Geschlecht, gleichem Alter, gleicher Ernährung und gleicher Haltung nicht genau identisch und selbst innerhalb einer Haut sind die Qualitäten des Leders abweichend.


Qualitätsunterschiede beim Rindsleder (gilt aber auch für weitere Tierarten):

  • Alter: Die Qualität der Häute von älteren Tieren ist meist schlechter als die von jüngeren Tieren.
  • Geschlecht: Weibliche Tiere haben ein eher dichteres Fasergefüge und eine feinere Narbung.
  • Geschlechtsspezifische Aktivitäten: Je häufiger ein männliches Tier zum Decken herangezogen wurde und je häufiger eine Kuh gekalbt hat, desto schlechter wird die Stabilität des Fasergefüges der Haut. Kastrierte Ochsen haben tendenziell ein feineres Hautgefüge.
  • Ernährung: Grünfutter begünstigt eine bessere Qualität.
  • Tierhaltung: Wird ein Tier auf Weiden gehalten, ist das Gefüge der Haut besser.
  • Klima: Ein raues und kaltes Klima wirkt sich begünstigend auf die Hautqualität aus.


Leder wird für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche verwendet. Ob als Autoleder, Schuhleder, als Riemen, Motorradkombi oder butterweiche Lederhandschuhe. Je nach Verwendungsart werden die unterschiedlichsten Ansprüche an Leder gestellt. Ein Möbelleder soll pflegeleicht, aber weich und warm sein. Ein Schuhleder soll wasserdicht, weich, warum und robust sein, aber trotzdem atmungsaktiv bleiben, ein Autoleder pflegeleicht und unempfindlich gegen Wärme, Kälte und Verschleiß. Bei allen Verwendungsbereichen soll es nicht reißen, leicht zu reinigen sein, soll nicht ausbleichen, nicht unangenehm riechen, keine Schadstoffe beinhalten, und es soll beständig sein. All diese Parameter werden als Lederqualität oder auch Ledereigenschaften zusammengefasst.


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Im Zusammenhang mit der Qualität von Ledern wird häufig von Echtheiten gesprochen. Je höher die "Echtheit" eines Leders ist, desto besser ist das Leder. Damit ist gemeint, je länger ein Leder unverändert zum Originalzustand (Neuleder) bleibt, desto besser ist es.

In der Realität stehen viele Parameter der Ledereigenschaften im Konflikt. Ein Leder kann nicht gleichzeitig "butterweich" und "robust und pflegeleicht" sein. Ein Leder kann nicht "hauchdünn und weich" und gleichzeitig "reißfest" sein.

Insbesondere die Empfindlichkeit besonders hochwertiger Leder wie butterweiches Anilinleder einer Luxusjacke, von Exotenledern oder einer teuren Möbelgarnitur werden oft falsch eingeschätzt. Gerade weil das Objekt so teuer war, erwarten die Kunden, dass es unproblematisch in der Reinigung und Pflege sei. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wie beim Stoff ist die Empfindlichkeit solcher Leder wie bei Seide. Beim regelmäßigen Gebrauch lässt die Schönheit schnell nach, und eine falsche Reinigung kann das Material sogar ruinieren.


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Ein gutes Leder fühlt sich warm und weich an, ist aber auch entsprechend empfindlicher.

 

Als besonders Robust gilt das Fahrzeugleder. Oft verlangen die Autoindustrie mehr als 40 Parameter, die erfüllt werden müssen. Der Kugelplattentest oder der Reibtest über Doppelkappnähte muss bestanden werden. Es muss gegen Sonnenmilch und Insektenspray beständig sein. Viele Chemikalien dürfen nicht eingesetzt werden und Emissionen werden geprüft. Das Leder ist dann im Ergebnis ausgesprochen strapazierfähig, aber weich und warm fühlt es sich nicht mehr an.

Der Gerber und der Hersteller eines Lederobjektes muss daher je nach gewünschten Ledereigenschaften eigene, überprüfbare Qualitätsparameter festlegen und regelmäßig nachprüfen. Die Berücksichtigung dieser Parameter beginnt schon bei der Auswahl der Tierart und der Rohware. Auch bei der späteren Verarbeitung müssen die Unterschiede in der Qualität der einzelnen Abschnitte einer Haut inkl. möglicher Hautschäden beim Zuschnitt berücksichtigt werden. Dazu gibt es bei sensiblen Ledern Unterschiede von Partie zu Partie. Es kann immer nur eine begrenzte Menge Leder den Herstellungsprozess durchlaufen und Leder verhält sich nicht bei jedem Durchlauf gleich. Oft muss der Gerber in den Prozess durch kleine Änderungen eingreifen, was zu Abweichungen von Partie zu Partie führen kann. Je nach Bandbreite der festgelegten Qualitätsgrenzen, kann so ein Unterschied erkennbar sein.

Aber nicht nur von der Herstellungsqualität hängt die Langlebigkeit eines Leders ab. Ein wichtiges Element für lange Freude an einem Lederobjekt ist der Umgang damit. Wird ein Leder regelmäßig gereinigt und gepflegt und nicht übermäßig strapaziert und beachtet man die Grundregeln im Umgang mit Leder, wird man lange Freude an diesem langlebigen und robusten Material haben.


Lederbeurteilung - Ledereigenschaften

Um Ledereigenschaften zu beurteilen gibt es die unterschiedlichsten Parameter und Prüfmethoden. Für den Laien gibt es nur grobe Prüfmöglichkeiten, die bei der Auswahl aber hilfreich sind, wenn man ein "schönes" Leder kaufen möchte. Einige der Kriterien kann man auch als Laie direkt prüfen, aber bei nicht prüfbaren Kriterien sollte man bei Interesse Rückfragen an den Anbieter stellen.

  • Optik des Leder: Ein schönes Leder wirkt sehr natürlich und hat eine fehlerfreie Oberfläche.
  • Narbung: Die Narbung des Leders gehört mit zur Optik und sollte möglichst natürlich sein und gut aussehen. Eine geprägte Narbung ist zwar sehr gleichmäßig, was aber nicht der Natur entspricht und das Leder fühlt sich dann oft weniger natürlich an.
  • Weichheit des Leders: Generell sollten sich Leder angenehm weich und natürlich anfühlen. Aber ein Sohlenleder oder Kernleder braucht eine gewisse Festigkeit.
  • Griff des Leders: Ein festes Leder, sowie auch alle anderen Leder, sollen sich gut anfühlen. Dazu gehört nicht nur die Weichheit, sondern ein Leder kann sich auch stumpf oder geschmeidig anfühlen. Je schöner sich das Leder anfühlt, desto besser ist der Griff des Leders und somit die Lederqualität.
  • Farbabdeckung des Leders: Zum Schutz des Leders ist es oft sinnvoll, eine Zurichtung auf Bindemittelbasis auf der Lederoberfläche aufzutragen. Je mehr Lederfarbe aufgetragen wird, desto unnatürlicher wirkt das Leder. Wird es dazu vorher noch angeschliffen, wirkt das Leder noch unnatürlicher. Auch die mit einer Folie beschichteten Leder sind meist von preiswerter Qualität und weniger natürlich. Bei einem Lackleder ist dieser Effekt aber ein akzeptiertes Merkmal.
  • Atmungsaktivität: Ein Vorteil von Leder gegenüber Alternativmaterialien ist die Atmungsaktivität. Aber je mehr ein Leder mit Lederfarbe oder einer Folienstärke beschichtet ist, desto geringer ist die Atmungsaktivität.
  • Reißfestigkeit und Stabilität des Leders: Gutes Leder ist stabil und Reißfest, wobei Rauleder oder butterweiche Lammleder nicht die gleiche Stabilität wie ein Gürtelleder haben. Aber innerhalb der Lederarten gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten und schlechtere Leder innerhalb einer Lederart reißen leichter ein als gute Leder. Angeschliffene Leder sind i. d. R. auch instabiler als vollnarbige Leder.


Prüfkriterien der Lederqualität

Um festzustellen, ob ein Leder der gewünschten Lederqualität entspricht, durchläuft es eine Reihe von Prüfprozessen. Insbesondere in der Autoindustrie werden besonders strenge Maßstäbe gesetzt. Aber natürlich auch für Möbel-, Schuh- und Bekleidungsleder werden Mindestqualitäten festgelegt. Es gibt aber auch gesetzlich vorgeschriebene Schadstoffprüfungen, die auch ein Qualitätsmerkmal sind.


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In der Lederherstellung wird immer wieder die Lederqualität optisch und mit Testgeräten überprüft.

 

Die konkreten Prüfnormen variieren zwar je nach Hersteller und werden gemäß des Verwendungszwecks des Leders gewählt (siehe auch Grenzmusterkatalog); die geprüften Eigenschaften selbst sind jedoch recht einheitlich.

Weitere Regelungen über zulässige Inhaltsstoffe im Leder werden in der Bedarfsgegenständeverordnung geregelt.


Zu den Prüfkriterien der Lederqualität gehören beispielsweise:

  • Atmungsaktivität: Die Fähigkeit, Schweiß aufzunehmen und auf der Gegenseite wieder abzugeben.
  • Gewicht: (DIN 53352) Wichtig z. B. bei Flugzeugleder, weil es möglichst nicht zu viel wiegen sollte.
  • Dicke: (DIN 53353) Wichtig zur Festlegung von "Dickledern". Die Dicke hat auch Einfluss auf die Stabilität des Leders.
  • Zugfestigkeit: (DIN 53354). Erwünschter Bereich: mehr als 200 N pro 5 cm. Die Reißfestigkeit, wenn das Leder gezogen wird.
  • Weiterreißkraft: (DIN EN ISO 3377-1 und DIN EN ISO 3377-2, auch DIN 53356) Erwünscht: mehr als 20 N. Leder sollte nicht problemlos weiter reißen.


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  • Reibechtheit: Trocken, nass, alkalisch (DIN 11640, DIN 53339, DIN 54021). Die Oberfläche soll sich bei Reibung/Verschleiß nicht verändern.
  • Flexibilität: (DIN 53351). Erwünscht: Robustheit bei mehr als 100000 Prüfzyklen. Leder soll dehnbar sein, aber nicht ausleiern.
  • Knickverhalten: (DIN 53351). Erwünscht: 30000 Knickungen ohne Beschädigung. Leder soll in Knickfalten nicht brechen.
  • Säure- und Laugenbeständigkeit: Die Lederoberfläche soll sich durch möglichst wenige Mittel anlösen.
  • Haptik: Leder soll sich je nach Wunsch entsprechend anfühlen.
  • Klimawechseltest: Leder soll witterungsbeständig sein.
  • Glanzgrad: Leder soll einen gewünschten Glanzgrad haben.
  • Rückpolierbarkeit: Leder soll durch den Gebrauch nicht den gewünschten Glanz verlieren.
  • Knarzverhalten: Leder soll bei Reibung mit Gegenflächen keine unerwünschten Geräusche machen.
  • Geruch: Leder soll gar nicht oder akzeptabel riechen (Prüfung z. B. nach RAL 430 oder SNV 195651).
  • Fogging: Leder soll keine Stoffe ausdünsten.
  • Alkoholbeständigkeit: Tropfentest. Beständigkeit gegen z.B. Desinfektionsmittel.
  • Meerwasserbeständigkeit: Beständigkeit gegen Meerwasser bei Booten.


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Oft sind nur materialzerstörende Tests möglich, um eine Lederqualität zu prüfen. - Die Proben werden gestanzt.

 

Aufgrund dieser strengen Prüfnormen sind sich z. B. Autoleder im Ergebnis sehr ähnlich. Es sind fast immer einfarbige, oberflächengefärbte Glattleder.


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Normen der Lederqualität

Zusätzlich zu den bereits genannten Prüfkriterien gibt es noch sehr viele weitere, die in teils sehr spezialisierten Industrienormen reglementiert sind. Hier eine umfangreiche, jedoch bei weitem noch nicht vollständige Liste:

  • DIN EN ISO 17070: (2015-05) Leder - Chemische Prüfungen - Bestimmung des Gehalts an Tetrachlorphenol-, Dichlorphenol-, Monochlorphenol-Isomeren und Pentachlorphenol.
  • DIN EN ISO 4045: (1998-10) Leder - Bestimmung des pH-Wertes.
  • DIN 53304: (1977-12) Prüfung von Leder. Bestimmung des Wassergehaltes.
  • DIN EN ISO 4047: (1998-12-12) Leder - Bestimmung der sulfatierten Gesamtasche und sulfatierten wasserlöslichen Asche.
  • DIN EN ISO 4048: (1998-10) Leder — Bestimmung der in Dichlormethan löslichen Substanzen.
  • DIN 53307: (1978-01) Prüfung von Leder Bestimmung der Gehalte an auswaschbaren organischen und anorganischen Stoffen (Auswaschverlust).
  • DIN 53308: (1968-10) Prüfung von Leder Bestimmung des Gesamtstickstoffgehaltes und des Gehaltes an Ammoniumsalzen; Berechnung der Hautsubstanz.
  • ASU B-82.02/8: (2001-06) Nachweis und Bestimmung von Pentachlorphenol in Bedarfs- gegenständen, insbesondere aus Leder und Textilien.
  • DIN CEN/TS 14494: (2003-08) Leder - Chemische Prüfungen, (Vornorm) Bestimmung des Pentachlorphenol-GehaItes in Leder.
  • DIN 53314: (1996-04) ersetzt durch DIN EN ISO 17075 (2008-02) Leder - Chemische Prüfungen - Bestimmung des Chrom(VI)-Gehaltes-Gehalts im Leder.
  • DIN CEN/TS 14495: (2003-08) Leder - Chemische Prüfungen, (Vornorm) Bestimmung des Chrom(VI)-Gehaltes.
  • DIN ISO/TS 17226: (2004-01) Leder - Chemische Prüfungen, (Vornorm) Bestimmung des Formaldehyd-Gehaltes.
  • DIN 53316: (1997-03) Prüfung von Leder Nachweis bestimmter Azofarbstoffe in Leder.
  • DIN ISO/TS 17234: (2004-01) Leder - Chemische Prüfungen, (Vornorm) Bestimmung bestimmter Azofarbstoffe in gefärbten Ledern.
  • LGR-IPV 1: (1996-09) Bestimmung der Wasseraufnahme von Leder nach Freundlich.
  • LGR-IPV 3: (2004-05) Bestimmung des Chromgehaltes in Leder mittels Atomabsorptions-Spektrometrie.
  • VDA 275: (1994-07) Formteile für den Fahrzeuginnenraum; Bestimmung der Formaldehydabgabe - Messverfahren nach der modifizierten Flaschenmethode.
  • DIN 53323: (1974-01) Prüfung von Leder Bestimmung des Spannungsdehnungsverhaltens im Wölbversuch.
  • DIN EN ISO 3378: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung des Widerstandes gegen Narbenplatzen und des Narbenbruchindex.
  • DIN 53325: (1974-01) Prüfung von Leder Kugeldruckversuch zur Bestimmung der Narbendehnfahigkeit und der Bruchkraft mit dem Lastometer.
  • DIN EN ISO 2589: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Dicke.
  • DIN EN ISO 2420: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der scheinbaren Dichte.
  • DIN EN ISO 3376: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Zugfestigkeit und der prozentualen Dehnung.
  • DIN EN ISO 2417: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der statischen Wasseraufnahme.
  • DIN 53331: (1980-05) Prüfung von Leder Bestimmung der Stichausreißkraft.
  • DIN EN ISO 14268: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der WasserdampfdurchIässigkeit.
  • DIN EN 14288: (2004-03) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen Bestimmung der Foggingeigenschaften.
  • DIN EN 14326: (2004-03) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen Bestimmung der Widerstandsfähigkeit gegen die horizontale Ausbreitung von Flammen.
  • DIN EN ISO 17229: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen Bestimmung der Wasserdampfaufnahme.
  • DIN 53327: (1989-09) Prüfung von Leder - Bestimmung der Rohdichte und der flächenbezogenen Masse (zurückgezogene Norm).
  • DIN 53336: Prüfung von Leder(1977-01) Bestimmung der Schrumpfungstemperatur.
  • DIN EN ISO 3380: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Schrumpfungstemperatur bis 100 °C.
  • DIN EN ISO 5403: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Wasserbeständigkeit von flexiblem Leder.
  • DIN 53338-2: (1978-05) Prüfung von Leder Bestimmung des Verhaltens gegenüber Wasser bei dynamischer Beanspruchung im Permeometer.
  • DIN EN ISO 5404: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Wasserdichtigkeit von schwerem Leder.
  • DIN EN ISO 11640 und DIN EN ISO 105-X12: (1998-12) Leder - Farbechtheitsprüfungen - Bestimmung der Reibechtheit von Färbungen. Bei der Reibechtheit nach DIN EN ISO 11640) wird mit synthetischer Schweißlösung (ohne Fett, pH 8, manchmal auch 5,5) geprüft. Dabei wird sowohl das Anbluten des Filzes als auch die Veränderung der Lederoberfläche (z. B. Schädigung der Zurichtung) bewertet.
  • DIN 53340 (auch DIN 53351): (1979-07) Prüfung von Leder Bestimmung des Dauer-Faltverhaltens wenig flexibler Leder.
  • DIN EN ISO 17233: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Kältebruchtemperatur von Oberflächendeckschichten.
  • LGR-IPV 10: (2002-02) Prüfung einfacher Beschaffenheitsmerkmale von Leder.
  • DIN EN ISO 15701: (1999-10) Leder - Farbechtheitsprüfungen - Bestimmung der Migrationsechtheit gegenüber plastifiziertem Polyvinylchlorid.
  • DIN 53342: (1981-12) Prüfung von Leder Bestimmung der Bügelechtheit.
  • DIN 53343: (1982-01) Prüfung von Leder - Bestimmung der Migrationsechtheit der Farbe von Leder.
  • DIN EN ISO 5402: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung der Dauerbiegefestigkeit nach dem FIexometer – Verfahren.
  • DIN 75200: (1980-09) Bestimmung des Brennverhaltens von Werkstoffen der Kraftfahrzeug-Innenausstattung.
  • DIN 75201: (1992-09) Bestimmung des Foggingverhaltens von Werkstoffen der Kraftfahrzeug-Innenausstattung.
  • VDA 75202: (2001-08) Werkstoffe der Kraftfahrzeuginnenausstattung; Farbechtheitsprüfung und Alterungsverhalten gegen Licht bei hohen Temperaturen – Xenonbogenlicht.
  • DIN EN 420: (2003-12) Schutzhandschuhe - Allgemeine Anforderungen und Prüfmethoden; Abschnitt 6.4; Prüfverfahren zur Bestimmung der Wasserdampfaufnahme.
  • DIN EN 1021-1: (1994-01) Möbel Bewertung der Entzündbarkeit von Polstermöbeln. Teil 1: Zündquelle: Glimmende Zigarette.
  • DIN EN ISO 11646: (1998-12) Leder – Flächenmessung.
  • DIN EN ISO 17227: (2003-10) Leder - Physikalische und mechanische Prüfungen; Bestimmung des Trockenhitzewiderstandes von Leder.
  • DIN EN ISO 15700: (1999-10) Leder – Farbechtheitsprüfungen - Bestimmung der Wassertropfenechtheit von Färbungen.
  • DIN EN ISO 11642: (1998-12) Leder – Farbechtheitsprüfungen - Farbechtheit gegenüber von Wasser.
  • DIN EN ISO 15703: (1999-10) Leder - Farbechtheitsprüfungen - Bestimmung der Waschechtheit bei Feinwäsche.
  • DIN EN ISO 11641: (2004-01) Leder - Farbechtheitsprüfungen - Farbechtheit gegenüber Schweiß.
  • DIN EN ISO 11643: (1998-12) Leder - Farbechtheitsprüfungen - Farbechtheit kleiner Lederproben gegenüber chemischen Reinigungslösungen.
  • DIN EN ISO 15702: (1999-10) Leder - Farbechtheitsprüfungen - Bestimmung der Waschechtheit bei Maschinenwäsche.
  • DIN EN ISO 11644: (2004-01) Leder - Prüfung der Haftfestigkeit von Zurichtungen.
  • DIN EN ISO 1421: Zugversuch.
  • DIN EN1876-1: Knickechtheit bei Kälte (-10°C).
  • DIN EN ISO 105-E04: Schweißechtheit.
  • DIN EN ISO 105-E02: Meerwasserbeständigkeit.
  • DIN EN ISO 5470-2: Abriebverhalten Martindale.
  • DIN EN ISO 105-B02: Lichtechtheit.


Dazu werden die Bezeichnungsvorschriften von Lederprodukten in verschiedenen DIN- und RAL-Normen geregelt.

Pro Jahr werden ca. 2.000 DIN-Normen verabschiedet. Aktuell gibt es ca. 34.000 davon (Stand 2015). Dazu kommen noch EN-, ISO- und RAL-Normen. Reichen diese Normen um die optimale Produktqualität zu gewährleisten? Die Stiftung Warentest hat diese Frage in der Ausgabe 11-2015 im Rahmen des VW-Skandals beleuchtet. Eigentlich sollten Normen von Behördenvertretern, Wissenschaftlern, Verbraucherschützern und Produzenten gemeinsam erarbeitet werden. In der Praxis dominieren aber die Hersteller diese Gremien. So ist es auch bei Norm-Formulierungen im Lederbereich. Im Großen und Ganzen sind die Normen rund um das Thema Leder richtig und notwendig. Aber es gibt auch Lücken und Schwächen in den Normen.

Dazu gehört z. B. die konfuse Regelung der Kennzeichnung von Spaltledern. In manchen Normen ist eine klare Benennung bei Verarbeitung vorgeschrieben (z. B. Möbelleder), aber bei einer Volllederausstattung in einem Hochpreis-Fahrzeug kann es durchaus vorkommen, dass Spaltleder verbaut wird, was dann nicht extra in der Kundeninformation mitgeteilt werden muss.

Die DIN EN 15987 (Leder – Terminologie – Hauptdefinitionen für den Lederhandel - Juli 2015) schreibt dem Lederhandel die Verwendung des Begriffs "Leder" vor. Es wird klar abgegrenzt, dass Spaltleder als solche deklariert werden müssen und nicht nur als "Leder" bezeichnet werden dürfen. Das ist sinnvoll, weil Beschichtungen auf Spaltleder dieses wie das wertvollere Narbenleder aussehen lassen und Kunden diesen Qualiätsunterschied nicht erkennen können.

Auch die RAL-GZ 430/4 (Besondere Güte- und Prüfbestimmungen Polstermöbel - Januar 2013) setzt auf Kundenaufklärung und schreibt vor, dass die Verwendung von Spaltledern in der Produktinformation aufgeführt werden muss und die Verwendung von Spaltledern aufgrund der Qualitätsprobleme in Gebrauchsflächen nicht verarbeitet werden dürfen.

Anders in der RAL 060 A 2 (Abgrenzung des Begriffes Leder gegenüber anderen Materialien - Bezeichnungsvorschriften - März 2012). Diese definiert den Begriff "Leder" wie die DIN EN 15987, aber der Passus zum Spaltleder ist nicht enthalten. Nach dieser Definition darf Spaltleder als Leder bezeichnet werden.

Dazu führt die DIN EN 16223 (Leder – Anforderungen an Bezeichnung und Beschreibung von Leder für Polsterungen und die Innenausstattung von Automobilen Februar 2013) explizit auf, dass Spaltleder im nicht Kontaktbereich zulässig sind, aber als "Leder" bezeichnet werden dürfen.

Da ein Endverbraucher aufgrund der Oberflächenkopie einer Narbenlederoptik auf einem Spaltleder die Qualität des erworbenen Materials nicht ermitteln kann, wäre es im Sinne einer transparenten Verbraucherinformation sinnvoll, Spaltleder immer als solches kennzeichnen zu müssen.

Normen sind keine Gesetze und Richter müssen Normen nicht folgen. Aber bei Auseinandersetzungen werden Normen von Gerichten und Gutachtern zurate gezogen. Welche Norm bei widersprüchlichen Normen den Vorrang hat ist unklar. Wünschenswert wäre eine transparente Information für den Verbraucher, in welcher klar hervorgeht, welches Material sich hinter der Farbschicht verbirgt, um Preise und Qualitäten fair vergleichen zu können.


Auch die Problematik von Lederschäden in Kontaktbereichen mit Fetten von Haut und Haaren#Fettstellen auf Leder, die bei schwächeren Ledern zu Farbablösungen führen können, werden bei Reklamationen nicht lebensnah genug geprüft. Der sogenannte "Schweißtest" berücksichtigt nicht den Fettanteil den Haut und Haare auf dem Leder hinterlassen. Aus diesem Grund sollte man bei Lederproblemen nicht immer nur auf die Normen schauen, sondern diese auch kritisch hinterfragen.


Testgeräte

Um die unterschiedlichen Anforderungen an Leder zu testen, gibt es die verschiedensten Testgeräte.

  • Reibtest - VESLIC-Reibechtheitsgerät: Beim Reibtest werden der Trockenabrieb und der Nassabrieb getestet. Beim Test werden Filze aus Wolle trocken und nass in einer festgelegten Anzahl von Wiederholungen über das Leder gerieben. Dabei wird geprüft, wie sich das Leder im täglichen Gebrauch abnutzt, oder ob es anfällig für Abfärbungen ist.


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Reibtest - VESLIC-Reibechtheitsgerät

 

  • Dauerfaltverhalten - Dauerbiegeverhalten - Flexometer: Bei der Prüfung des Dauerfaltverhaltens bzw. Dauerbiegeverhaltens wird geprüft, wie stark die Lederoberfläche gegen Knicke resistent ist. Insbesondere Schuhoberleder knickt beim Gehen ein und braucht eine besondere Resistenz gegen Farb- und Faserbrüche. Üblich ist das nach dem Erfinder benannte "Bally-Flexometer". Es findet aber auch bei Möbelledern, Automobilledern, Bekleidungsledern etc. seine Anwendung.


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Bally-Flexometer

 

  • Abriebtest - Taber-Tester: Mit dem Taber-Tester lassen sich Abriebwiderstände verschiedenster Materialien prüfen. Der Taber Abraser Test ist ein international anerkanntes Prüfverfahren. Die Abriebbeanspruchung wird von zwei Reibrollen erzeugt, die mit einer festgelegten Kraft auf das Prüfmaterial gedrückt werden, welches sich kreisförmig unter den Reibrollen dreht. Dadurch wird eine Kombination aus Schaben, Gleiten, Zusammendrücken, Durchkreuzen und Abrieb simuliert. Die Auswertung erfolgt über eine Differenzbetrachtung.


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Abriebtest - Taber Tester

 

  • Abnutzung - Martindale Abnutzungsprüfgerät - Kugelplatte: Das Kugelplatte-Verfahren dient der Bestimmung des Abriebwiderstandes von Polsterleder. Bei diesem Test rotiert ein Gewicht mit einem davor gespannten wollenen Standardstoff über das Testmaterial. Beim Einsatz der Kugelplatte wird diese unter das zu testende Material gelegt. Durch die Kugelplatte wird das Gebrauchsverhalten besser simuliert.


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Martindale Abnutzungsprüfgerät - Kugelplattentest

 

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Beim Kugelplatten-Test werden punktuelle Reibbelastungen geprüft.

 

  • Lichtalterung - Xenon-Test: Beim “Xenon-Test” wird die Wirkung von Licht auf Oberflächen geprüft. Sonnenlicht bewirkt eine schnelle Alterung von Werkstoffen. Bei Test wird eine Xenon-Bogenlampe als Strahlungsquelle genutzt, wobei deren gefiltertes Spektrum Ähnlichkeit mit dem Sonnenlicht aufweist. Der Xenon-Test ist für alle Lacke, Textilien, Kunststoffe etc. geeignet.


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Lichtalterung beim Xenon-Test - Anilinleder und Semianilinleder sind zwar butterweich, bleichen aber auch leichter aus.

 

Die Farbveränderung kann mit Messgeräten geprüft werden. Der Maßstab der Abweichung ist der Delta-Wert. Es gibt verschiedene Delta-Werte. Ein typischer Messwert ist der Delta DEcmc. Die Abweichung resultiert aus der Abweichung in der Helligkeit und der Verschiebung des Farbtons. Ein Leder kann z. B. grüner werden, ohne das sich die gemessene Helligkeit verändert. Innerhalb einer Veränderungstoleranz ist ein Delta-Wert von 1. Die Autoindustrie schreibt sogar bis maximal Delta 0,5 Abweichungstoleranz vor, was nur schwierig zu erreichen ist. Oberflächenunregelmäßigkeiten der Narbung oder unterschiedliche Glanzgrade verändern den Delta-Wert. Schon innerhalb einer Fläche kann der Delta-Wert aufgrund der Narbung bis zu 0,5 abweichen.

Bei den folgenden Fotos ergab der Xenon-Test eine Abweichung im Delta DEcmc von 6,6 im verbichenen Bereich.


Xenon-Test-Leder-01.jpg Xenon-Test-Leder-02.jpg

Der Xenon-Test zeigt die Ausbleichempfindlichkeit. Die Narbenseite ist erkennbar verblichen. DEcmc 6,6,

 

Anilinleder-ausbleichen-Tag-00.jpg Anilinleder-ausbleichen-Tag-16.jpg Anilinleder-ausbleichen-Tag-50.jpg

Anilinleder Tag 0, Tag 16 und Tag 50 - im normalen Sonnenlicht verblichen.

 

Testmethoden

  • Graumaßstab: Um die Farbgenauigkeit zu prüfen, wird oft mit einem genormten Graumaßstab verglichen. Auf einem Graumaßstab sind jeweils Paare von Graustufen gedruckt, die in festen Abstufungen immer stärker abweichend sind. Man sucht dann visuell die Abweichung, die mit dem Farbunterschied der Lederchargen am besten vergleichbar ist. Die maximale Abweichung wird durch Normen oder Qualitätszusagen festgelegt. Die Prüfung sollte bei Normlicht gemacht werden, da bei unterschiedlichen Lichtquellen (Tageslicht, Kunstlicht etc.) unterschiedliche Ergebnisse herauskommen können. Neben dem Graumaßstab gibt es auch Messgeräte zur Farbmessung. Diese geben genauer an, ob die Abweichung in der Helligkeit oder Farbgenauigkeit liegt und wie stark diese Abweichung dann ist. Leder sind ein Naturprodukt und je weniger Farbe auf den Ledern ist, desto schneller kann es zu Chargenabweichungen kommen, aber desto natürlicher ist das Leder. Daher sind Kontrollen wichtig, falls Kunden vom gleichen Leder nachbestellen. Bei den feinen Ledern ist es es oft gar nicht möglich, Leder im exakt gleichen Ton herzustellen, weil die Prozesse nicht so exakt gesteuert werden können, dass immer das gleiche Ergebnis raus kommt. Bei den stärker pigmentierten Ledern ist es einfacher, weil die Farbe die Oberfläche komplett abdeckt und es daher technisch möglich ist, nahezu die gleiche Farbe aufzubringen und das Leder dadurch identisch aussehen zu lassen.


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Prüfung der Farbgenauigkeit von Leder mit dem Graumaßstab.

 

Qualitätsunterschiede

Für den Endverbraucher ist es schwierig, die Qualität eines Leders zu beurteilen. Aber auch Experten sehen einem Leder nicht jeden Qualitätsmangel an. Erfahrung ist nötig, um Qualitätsunterschiede zu entdecken. Viele Qualitätskriterien lassen sich auch nur im Labor prüfen.

Alle Informationen in diesem Lexikon helfen, Leder besser zu verstehen. Für den Möbelkauf gibt es auch einen Leitfaden, was vor dem Kauf geprüft werden sollte.

Grundsätzlich gehen Preis und Qualität Hand in Hand. Ist ein Lederobjekt besonders preiswert, dann ist es i.d.R. auch nicht wertvoll. Markenprodukte sind oft von geprüfter Qualität. Hersteller, die sich offensichtlich um die Qualität ihrer Ware bemühen und die Herkunft und Qualität des Leder beschreiben können, verfügen i.d.R. über gute Qualitäten. Das gilt auch für den etablierten Fachhandel.

Autoleder haben aufgrund derEinkaufsmacht und strengen Qualitätskontrollen der Fahrzeughersteller recht robuste Qualitäten. Das Leder ist zwar nicht besonders weich und warm, aber strapazierfähig. Bei den Möbelledern gibt es stärkere Qualitätsschwankungen.

Wenn das Leder von guter Substanz ist, dann reibt sich bei oberflächengefärbten Ledern mit der Zeit durch mechanische Belastung die Farbe ab. Das Leder selber bleibt unbeschädigt. Ist das Leder aber selber instabil, dann bricht das Leder unter der Fabschicht auf und die Farbschicht kann die mangelnde Qualität im Faserverbund nicht auffangen.


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Typische Verschleißspuren bei Auto- und Möbelleder bei guter Qualität.

 

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Typische Brüche im Leder bei schlechterer Lederqualität.

 

Qualitätsschwankungen

Leder ist ein Naturprodukt. Schon innerhalb einer Lederhaut schwankt die Qualität des Leders je nach Abschnitt. Dazu schwankt die Qualität von Haut zu Haut und von Partie zu Partie. Daher kann es dazu kommen, dass innerhalb eines Lederobjekts unterschiedliche Lederqualitäten auftauchen. Häufig ist das bei Möbeln und bei Bekleidung zu sehen.


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Alles Möbelleder, wo benachbarte Flächen unterschiedlicher Qualität sind und daher unterschiedlich schnell gealtert sind.

 

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Diese Möbelleder sind von Fläche zu Fläche durch Sonnenlicht unterschiedlich stark verblichen.

 

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Diese Autokopfstütze wirft je nach Andruck innerhalb einer kleinen Fläche sehr unterschiedlich Falten. Im Randbereich sieht man gut die Losnarbigkeit.

 

Lederqualitäten der Lederarten und deren Pflegeleichtigkeit

Meist wird davon ausgegangen, dass die beste Lederqualität auch die unempfindlichste und pflegeleichteste sein müsste. Aber wie bei Textilien oder Edelmetallen (Seide ist sehr empfindlich und Gold nicht kratzfest) ist die Empfindlichkeit im höchsten Preis- und Qualitätssegment eher höher. Wertvollere Lederarten müssen oft vorsichtiger und besser gepflegt werden als Preiswertere.


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Gegenüberstellung der Lederqualitäten und der Empfindlichkeit bzw. Pflegeleichtigkeit.

Rauleder - Anilinleder - Semianilin - korrigierte Leder - beschichtetes Spaltleder

 

Anmerkungen:

LEDERQUALITÄT: Ein Anilinleder könnte theoretisch leicht reißen oder einen unzumutbaren Geruch haben oder abfärben. Dann ist es von schlechter Qualität. Ein Glattleder könnte hauchfein angeschliffen sein und vorsichtig geprägt werden und sich wie ein Semianilinleder anfühlen. Dann kann es besser sein als ein normales, pigmentiertes Glattleder. Aber meist trifft Regel zu. Anilinleder sind teurer, weil Häute ohne Hautschäden selten sind. Daher wird sich mehr Mühe bei der Herstellung des Leders gegeben. Glattleder werden meist angeschliffen und geprägt, damit auch schlechtere Häute mit Fehlern verwendet werden können. Solche Häute wirken dann künstlicher und billiger. Somit gibt es Ausnahmen von der Regel der Grafik, aber diese sind selten, sollten aber bei einer Prüfung berücksichtigt werden.

PFLEGELEICHTIGKEIT: Entsprechen die Leder den üblichen Qualitäten dieser Lederarten, dann treffen die Angaben zu. Ist aber eine Zurichtung wasser- oder fettempfindlich, kann sich diese empfindlicher verhalten als die sonst empfindlicheren Lederarten. Das kommt aber selten vor.


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