Oldtimer

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Oldtimer - Definition

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Oldtimer gelten Kraftfahrzeuge, meistens Autos, die ein Alter von mindestens dreißig Jahren aufweisen und von ihrer Optik sowie technischen Ausstattung her noch dem Standard jener Zeit entsprechen, in der sie hergestellt wurden. Für den Status als Oldtimer sind Betriebstüchtigkeit und Verkehrssicherheit an sich jedoch nicht relevant, zumal es sich hier auch um reine Ausstellungsstücke handeln kann, die nicht mehr (zumindest nicht mit eigenem Antrieb) bewegt werden. Wer mit seinem Oldtimer am Straßenverkehr teilnehmen will, muss freilich eine spezielle Untersuchung beim TÜV vornehmen lassen, an deren Ende - einen guten Erhaltungszustand vorausgesetzt - eine Oldtimer-Sonderbetriebserlaubnis erteilt wird; auf diesem Weg zugelassene Fahrzeuge erkennt man an dem Zusatzbuchstaben "H" (historisches Fahrzeug) am Ende des Kennzeichenschildes (Bild).


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Deutsches KFZ-Kennzeichen für historische Fahrzeuge, Zulassungsbezirk Erlangen. Bild: ThorstenS, Lizenz: GNU 1.2]]A.

 

Der Bestand an Oldtimerfahrzeugen

2013 gab es in Deutschland ca. 419.000 angemeldete und vorübergehend stillgelegte Fahrzeuge mit einem Alter von über 30 Jahren (2011 ca. 380.000, 2006 ca. 300.000). Ca. 70% davon sind Deutsche Marken, gefolgt von britischen (ca. 8,5%), italienischen (ca. 7%) und amerikanischen (ca. 5%) Fahrzeugen (2014). In der Schweiz waren es 2008 ca. 60.000 Fahrzeuge. Pro Kopf ist die Anzahl der Oldtimer in der Schweiz damit doppelt so hoch wie in Deutschland.

Oldtimer mit H-Kennzeichen

Von den in 2012 in Deutschland angemeldeten 250 Tsd. (2011 231 Tsd.) KFZ mit H-Kennzeichen (ca. 0,5% vom Gesamtfahrzeugsbestand > 43 Mio. PKW) verteilten sich die Marken wie folgt. 65,2% sind Marken aus Deutschland, 13,1% aus England, 7,9% aus USA und 6,5% aus Italien. Inkusive Krafträdern und Nutzfahrzeugen gab es 2012 sogar 285 Tsd. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen.


Marke Stückzahl Typen
Mercedes 53.767 8.048 SL 107er Baureihe, 7.145 Strichacht, 8.869 W123, Heckflosse 4.987, 4.155 Pagode, 3.195 W116
VW 43.720 über 27 Tsd. Käfer, 4.418 Bulli
Opel 13.221 3.313 Kadett
Ford 12.855
Porsche 11.654 6.489 911/912
BMW 8.303


Nach einer Statistik von Januar 2013 gab es zu diesem Zeitpunkt noch 42.833 VW Käfer (27.002 mit H-Kennzeichen), 16.990 Mercedes W123 (8.869 mit H-Kennzeichen), 10.391 Opel Kadett (3.313 mit H-Kennzeichen), 9.881 Mercedes /8 (7.145 mit H-Kennzeichen), 9.843 Mercedes SL R 107 (8.048 mit H-Kennzeichen), 9.152 Trabant (1.302 mit H-Kennzeichen) und 9.050 VW Bus und Trapo (4.418 mit H-Kennzeichen).


Oldtimerklassen

Derzeit ist zur Kategorisierung des Alters von Oldtimern, vor allem im Bereich der Automobilclubs, ein siebenklassiges System international gebräuchlich. Die Gruppierung erfolgt nach diesem Schema:


Klasse Bezeichnung Baujahr
A Ancestor bis 1904
B Veteran / Edwardians / Kaiserzeit 1905 - 1918
C Vintage 1919 - 1930
D Post Vintage 1931 - 1945
E Post War 1946 - 1960
F Wirtschaftswunder 1961 - 1970
G Youngtimer 1971 - 1980, manchmal auch bis 1990


Unter Youngtimern versteht man allgemein die Fahrzeuge, die 15 bis 29 Jahre alt sind. Ab dem 30. Jahr sind es Oldtimer. Youngtimer sind nicht nur Fahrzeuge von Liebhabern von Traditionen, es sind auch oft Fahrzeuge des täglichen Gebrauchs. Sei es, weil die nicht oft benötigt werden und ein älteres Fahrzeug seinen Zweck noch erfüllt oder weil sich ein neues Fahrzeug auch einfach nicht geleistet werden kann. Daher ist die größte Youngtimerdichte in großen Städten mit einem guten öffentlichen Nachverkehrssystem wie Berlin und Hamburg. Aber auch in strukturschwachen Regionen wie Lüchow-Dannenverg, Elbe-Elster oder Nienburg (Weser) ist die Youngtimerdichte mit 18 bis 20% im Vergleich zum Rest der Republik recht hoch.

Zum Begriff Youngtimer ist dabei anzumerken, dass es sich bei der genannten Zeitspanne nur um eine ungefähre und dem allgemeinen derzeitigen Sprachgebrauch (2008) entsprechende Angabe handelt. Manchmal werden auch bereits 15jährige Fahrzeuge, die Anfang der 1990er Jahre und früher gebaut wurden, als Youngtimer bezeichnet. Dann spricht man bei Baujahren von 1971 bis 1980 von der "ersten Generation", bei Baujahren von 1981 bis 1990 von der "zweiten Generation" der Youngtimer. Die erste Generation zeichnet sich von der zweiten vor allem dadurch ab, dass sie unter den insgesamt eine Million Youngtimern auf deutschen Straßen nicht mehr ganz so häufig anzutreffen ist.

Ausschlaggebend ist letztlich, ob das Modell landläufig schon als Oldtimer, noch als Youngtimer oder gar einfach als Gebrauchtwagen wahrgenommen wird oder nicht - eine genauere Definition ist nicht möglich. Man geht aber in Automobilclubs und Oldtimerszene davon aus, dass die meisten Menschen Autos dann als Oldtimer wahrnehmen, wenn sie in etwa zur Zeit ihrer Geburt gebaut worden sind und nicht mehr zum alltäglichen Straßenbild gehören. Besondere Merkmale wie spezielle Karosserieformen, technische Finessen, Seltenheit der Baureihe und der Ausstattung spielen in diese Bewertung mit hinein.


Zustandsbewertung

In Anlehnung an Schulnoten von 1 bis 6 wird der Erhaltungszustand eines Oldtimers bemessen.

  • Note 1 entspricht dabei einem Fahrzeug, das vollständig und mit großer Sorgfalt sowie Detailtreue restauriert worden ist. Es wird Wert darauf gelegt, dass noch weitgehend die Originalteile verbaut sind, mit denen das Fahrzeug einst ausgeliefert wurde - insbesondere, was Motor und Getriebe betrifft. Lackfarbe und Farbton der Innenausstattung müssen exakt dem Originalzustand nachempfunden sein.
  • Für Note 2 darf der Oldtimer leichte Gebrauchsspuren etwa an den Pedalen oder im Lack haben, auch sind leichte Modifikationen am Antrieb zulässig, sofern diese theoretisch wieder technisch rückgängig zu machen sind. Rostflecken sind nicht zulässig.
  • Bei Fahrzeugen mit Note 3 wird Rost zwar toleriert, er darf jedoch nicht an den tragenden Teilen sitzen. Hier wird auch kein Originalmotor gefordert, jedoch sollte der Motor vom technischen Typus und von der Antriebsleistung her vergleichbar mit dem ursprünglichen Zustand sein. Merkmal von Fahrzeugen mit Note 3 ist weiterhin die Verkehrstüchtigkeit - die bei Oldtimern der Note 4 nicht gegeben ist, da die Hauptuntersuchung in der Regel nicht pünktlich vorgenommen wurde.
  • "Vierer"-Fahrzeuge sind daher immer bereits Restaurationsfälle.
  • Oldtimer mit Note 5 sind in noch schlechterem Allgemeinzustand, aber noch mit viel Engagement reparabel, sofern Ersatzteile seitens des Herstellers oder über private Kanäle noch in ausreichender Menge verfügbar sind.
  • Die Note 6 schließlich steht für Fahrzeuge mit Schrottwert.


Oldtimerleder

Oldtimer-Leder werden über die Jahre alt und haben dadurch typische Schäden. Die Probleme sind vielfältig und reichen von allgemeinen Verschmutzungen über Schimmelbefall und Risse bis hin zu brüchigen und trockenen Lederoberflächen.


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"Scheunenfunde" - Der Zahn der Zeit hat das Leder zerstört..

 

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Oldtimerleder mit einer schönen Patina.

 

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Oldtimerleder mit neuem Leder, aber mit Liebe zum Detail gemacht.

 

Schon die ersten motorisierten Fahrzeuge hatten Ledersitze - ein Erbe noch aus jener Zeit, in denen gleichermaßen ausgestattete Pferdekutschen das Straßenbild bestimmten. Ursprünglich handelte es sich bei den Bezügen fast immer um pflanzlich gegerbte Rindsleder ohne Oberflächenfärbung, die wie Pferdesättel durch Öle und Fette imprägniert waren. Aber schon sehr früh wurden die ersten kopf- oder oberflächengefärbten Glattleder eingesetzt. Diese Oberflächenfärbung machte die Leder unempfindlicher gegen die Witterung und Anschmutzungen. Bis in die 70er bis 80er Jahre war diese Lederart Standard. Man erkennt diese oberflächengefärbten, pflanzlich gegerbten Leder an der braunen Rückseite. In dieser Zeit entstand auch die einzige der Allgemeinheit bekannte Autoledermarke. Es war die Firma Connolly, die ein Markenzeichen für hochwertige Lederausstattung in pflanzlich gegerbten Ledern war.


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Bei pflanzlich gegerbten Oldtimerledern wurde nur oberflächlich gefärbt. Daher schimmert es im Gebrauchsbereich braun durch.

 

Ab diesem Zeitraum wurde die Chromgerbung industriell nutzbar und verdrängte sehr schnell das pflanzlich gegerbte Leder. Heute gibt es eigentlich keine pflanzlich gegerbten Fahrzeugleder mehr. Es gibt aber Hersteller wie die VW-Gruppe, die statt der Chromgerbung die synthetische Gerbung vorziehen. Der Unterschied ist weder spür- noch erkennbar.

Die Gerbart ist allerdings relevant für ein weit verbreitetes Problem alter Leder, nämlich deren Schrumpfung und Verhärtung. Leder verhärten einerseits, weil sie durch mangelnde Pflege austrocknen, also ihre innere Fettung mit der Zeit verlieren. Beschleunigt wird dieser Prozess allerdings noch dadurch, dass Leder sich unter Hitzeeinwirkung unwiederbringlich zusammenziehen (die sogenannte "Verleimung"). Einmal geschrumpfte Leder sind irreparabel beschädigt und können zwar mit entsprechenden Pflegeprodukten aufgeweicht, aber nie wieder auseinander gezogen werden.

Traditionell pflanzlich gegerbte Leder beginnen bereits bei 70 Grad Celsius zu schrumpfen. Das klingt nach einer hohen Temperatur - die allerdings schnell erreicht ist, wenn ein Cabrio mit nassen, dunklen Ledersitzen zum Trocknen in die pralle Sonne gestellt wird. Das Leder wird dann regelrecht gekocht. Moderne Gerbverfahren wie die Chromgerbung setzen die Schwelle der Lederschrumpfung nach oben, so dass solche Leder erst ab 90 bis 100 Grad Celsius Veränderungen aufweisen. Immer jedoch ist zu bemerken, dass gut rückgefettete Leder nie so schnell schrumpfen wie schlecht gepflegte Leder.


Die Patina der Oldtimerleder

Die Einstellung zum Thema Patina hat sich seit der Jahrtausendwende immer mehr gewandelt. Wo früher noch "wie neu" die höchste Wertung erhielt und perfekte Restauration nur absolut makellos sein durften, wird heute Patina als ein Teil der Perfektion zugelassen. Man darf den Fahrzeugen inzwischen ansehen, dass die gebraucht wurden und wie die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Wie bei einer alten Truhe oder einem Gemälderahmen. Für Patina gibt es aber keinen messbaren Rahmen. Jeder entscheidet für sich, was er als Patina zulässt und was er als reparaturbedürftig einstuft.


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Rechts Oldtimer mit neuem Leder – die Patina fehlt

 

2014 wurden bei einer Versteigerung in den Vereinigten Staaten zwei 300 SL angeboten. Einer mit Zustand 4 und Patina und einer mit perfekt restauriertem Zustand. Das restaurierte Objekt erzielte 1,4 Mio $ und der Zustand 4 mit Patina 1,9 Mio $.

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Oldtimermessen

Überall wo es Oldtimerfreunde gibt, finden auch Oldtimermessen statt. In Deutschland gibt es zwei Arten von Messen. Die eher "schicken" und meist auch etwas teureren Messen in Essen, Stuttgart oder Bremen, aber auch die "Schraubermessen" wie in Mannheim oder Ulm. Die Messe in Essen ist mit ca. 120 Tsd. Besuchern die größte ihrer Art. Stuttgart folgt mit 60 Tsd. Besuchern. Unter den Schraubermessen ist Mannheim die größte. Es finden aber noch viele weitere Messen statt. In den gängigen Oldtimerzeitschriften wird auf die jeweiligen Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Oldtimermessen finden auch im Ausland statt. Die Schweiz, Österreich, Italien (Padua), Frankreich (Paris), Spanien (Barcelona und Madrid) oder England bieten Abwechslung für den Liebhaber dieser historischen Fahrzeuge.


Oldtimermessen: RETRO Classics Stuttgart 2013 und Technorma in Ulm 2012


Oldtimermessen: Classic Motorshow in Bremen 2012 und 2013


Oldtimermessen: Techno-Classica Essen 2011 und Classic Auto Madrid Spanien 2011


Pflege und Reparatur von Oldtimer-Leder: Anleitungen und Hinweise


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