Lohlöffel: Unterschied zwischen den Versionen

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(J. G. Krünitz (Hg.) et al.: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. Berlin: 1796. Bd. 61. S. 121-122.)
 
(J. G. Krünitz (Hg.) et al.: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. Berlin: 1796. Bd. 61. S. 121-122.)
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2017, 20:46 Uhr

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Der Lohlöffel ist ein Werkzeug, das vor allem im Mittelalter der Gewinnung von Eichenrinde diente, um diese zur Lohgerbung einsetzen zu können. Er ist etwa 15 Zentimeter lang und besteht aus einer löffelförmigen Metallklinge, die an einem Holzgriff befestigt ist.

Es erforderte von den Handwerkern eine gewisse Fertigkeit, die Rinde so vom Baum zu lösen, daß dieser nicht nachhaltig geschädigt wurde: Meist wurde nach dem Abschlagen der Äste im Stammbereich zuerst ein zentraler vertikaler Schnitt geführt. Von dem Schnitt ausgehend wurde die Rinde vorsichtig von innen her abgeschält, so daß sie, soweit möglich, in einem Stück blieb. Um auch in der Krone arbeiten zu können, verwendete man eine sogenannte Lohleiter. Die Rindenröhren blieben zum Trocknen etwa eine Woche lang mit dem oberen Rand am Baum hängen, bevor sie schließlich ruckartig abgerissen und zu Lohbündeln von etwa 40 Kilogramm Gewicht zusammengeführt wurden.

Der Zeitraum im Jahresverlauf, in dem die Rinde am effizientesten geschält werden konnte, war eng begrenzt und lag zwischen dem 10. Mai und 15. Juni, wie bereits die Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz aus dem 18. Jahrhundert bemerkt:

"Bekannter Maßen reißt die Eichen=Lohe zwey Mahl; zuerst, wenn die Eiche anfangen will auszuschlagen, und zum zweyten Mahl, wenn der Haber anfängt Hülsen zu setzen, die lezte Zeit dauert oft nur wenige Tage. Wenn man diese Zeit nicht benutzt die Lohe zu gewinnen, in welcher man die Rinde mit einem hölzernen Keile leicht von dem Stamme abschälen kann, so wird man sich umsonst bemühen, die Lohe in großen Stücken zu erhalten, und nur durch Abschälen mit eisernen Zug=Messer und vieler Arbeit, die Rinde von dem Stamme trennen können. Abgängiges Holz, welches auf dem Stamme trocken geworden ist, läßt sich auch in der Loh=Zeit nicht schälen, allein im Winter umgehauenes, völlig oder doch größtentheils gesundes Holz thut dies in der Loh=Zeit; doch ist die Arbeit etwas schwerer, als bey den grünen Eichen. Es würde also aus angefuhrter Erfahrung die Regel fließen: Man haue die Eiche zur Winter=Zeit, lasse sie liegen bis im May, und reisse alsdann die Borke ab, so wird das Holz in der rechten Wadel=Zeit gefället, und die Gärber erhalten dem ungeachtet die Lohe."

(J. G. Krünitz (Hg.) et al.: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. Berlin: 1796. Bd. 61. S. 121-122.)



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