PU-Leder

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PU-Leder

Der Begriff PU-Leder wurde in der Vergangenheit von einigen Anbietern für Materialien verwendet, die kein Leder im Sinne der Deklarationspflicht für Leder waren.

Dazu gehörten mit einer Polyurethanfolie beschichtete Spaltleder (die bei Möbelbezugsmaterialien als "folienbeschichtete Spaltleder" deklariert werden müssen) und Kunstleder. Durch den Begriff "Leder" in der Namenswahl wurde dem Kunden eine Wertigkeit vorgegaukelt, die das Material nicht hatte. Es war kein Narbenleder, auch wenn es oberflächlich eine Glattlederoptik hatte. Der Kürzel "PU" stand für den Kunststoff Polyurethan, aus dem die Oberflächenbeschichtung bestand.

Meist hatten diese Materialien als Möbelbezugsmaerial eine glänzende Oberfläche und eine Antikoptik. Viele dieser Materialien waren instabil und es kam schon nach kurzer Nutzungsdauer zu Schäden.


Filme über die Herstellung von folienbeschichteten Spaltledern.


In den Möbelhäusern wurde folienbeschichtetes Spaltleder unter anderem als "Bycast Leder", "Bicast Leder", "PU-Leder", "Polyurethanbeschichtetes Leder" oder fälschlicherweise als Leder mit „Pull Up Optik“ oder "Pull-Up-Leder" angeboten. Pull-Up-Leder im eigentlichen Sinn bezeichnet eine Art von Fettleder. In keinem der Fälle ist das bezeichnete Material tatsächlich Leder im Sinne der Kennzeichnungsvorschriften gewesen.

Es wurden auch Kunstleder in gleicher Optik verkauft. Auch die Kunstleder hatten eine Oberfläche aus Polyurethan.

Vorteil solcher Materialien ist der Preis. Spaltleder sind preiswert, aber in Belastungsbereichen nicht so haltbar wie Narbenleder. Häufig kommt es schon nach wenigen Jahren zu Schäden. Dazu kommt die fehlende Atmungsaktivität. Durch die starke Beschichtung sind die Leder „kälter“ als unbeschichtete Leder und kleben eher an der Haut. In Ländern wie Dänemark oder Neuseeland ist die Bezeichnung "Echtes Leder" für Spaltleder ganz verboten.

Fragen Sie im Zweifel nach, ob es sich bei Ihrem Leder um ein beschichtetes Spaltleder handelt. Geht es Ihnen nur um den Preis, können Sie es kaufen. Wünschen Sie aber ein qualitativ hochwertiges, atmungsaktives Naturprodukt, kommt beschichtetes Spaltleder nicht in Frage.


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Typische folienbeschichtete Spaltleder-Garnitur - Auf den ersten Blick wie ein Narbenleder.

Die Haarporen in der Folie sind eine Prägung in der Folie.

 

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Spaltleder mit beklebter Folie.


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Die Folie auf dem Spaltleder ist gut erkennbar


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Mikroskopische Vergrößerung der Oberfläche eines folienbeschichteten Spaltleders. Die dunklen Stellen werden durch Lufteinschlüsse in der Kunststoffbeschichtung des Leders hervorgerufen.

 

Typische Schäden bei folienbeschichteten Spaltledern im Möbelbereich

Häufig kommt es schon nach wenigen Jahren zu Schäden bei den folienbeschichteten Spaltledern. Typisch ist ein Aufbrechen der Folie im Belastungsbereich, wenn das Spaltleder zu schwach ist und sich zu stark dehnt. Typisch sind auch die Auflösungen der Folie im Haar- oder Hautkontaktbereich. Die Folie wird dort stumpf, klebrig und manchmal auch weißlich. Die Möglichkeit der Reparatur oder "Reinigung" besteht eigentlich nie, und die Möbel sind dann unwiederbringlich beschädigt.


Folienbeschichtete Spaltleder mit Problemen der Schichtablösung

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Bei manchen dieser Materialien löst sich die Schicht in Teilen oder vollständig vom Spaltleder. Nach 5, 8 und 2 Jahren


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Zustand nach 5 Jahren


Abfärbungen von Leder und Farbablösungen auf Leder


Folienbeschichtete Spaltleder mit Problemen der Verschiebung der Beschichtung

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Bei manchen Folienbeschichtungen verschiebt sich die Beschichtung im Kontaktbereich mit Haut oder Haaren


Folienbeschichtete Spaltleder mit Problemen der Schichtauflösung im Kopfbereich

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Bei manchen folienbeschichteten Spaltledern wird der Bereich mit Haarkontakt stumpf, klebrig oder weißlich


Beschichtete Spaltleder, die wegen mangelnder Stabilität des Spaltleders reißen

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Häufig brechen die Leder aufgrund mangelnder Stabilität des Spaltleders


Man muss davon ausgehen, dass die Branche die vielen Schäden in Kauf nimmt. Häufig kommt es zu diesen Schäden nach 2-4 Jahren, also nach der Gewährleistung. Man kann daher immer nur raten, auf diese beschichteten Spaltleder zu verzichten und sich beim Kauf im Kaufvertrag bestätigen lassen, dass es kein "Spaltleder" oder "beschichtetes Spaltleder" ist, da es meist nicht explizit angegeben wird, entgegen der Kennzeichnungspflicht.

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PU-Kunstleder

Optisch identisch zum beschichteten PU-Spaltleder sind die Kunstleder. Nur Experten können am weicheren Griff und der größeren Dehnfähigkeit bei Hitze erkennen, dass es sich um Kunstleder handelt. PU-Kunstleder sind preiswert und tauchen häufig in öffentlichen Wartebereichen wie Hotels oder Kaufhäusern auf.


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Typische PU-Kunstleder


Verwendung des Begriffs "PU-Leder"

Die Verwendung des Begriffs PU-Leder ist durch die RAL 060 A2 (Abgrenzung des Begriffs Leder gegenüber anderen Materialien) geregelt. Demnach ist die Verwendung dieses Bezeichnung für Materialien, die nicht aus gewachsener Tierhaut oder Fell sind, nicht erlaubt. Falschdeklarationen werden regelmäßig durch den Verband der Deutschen Lederindustrie e.V. abgemahnt. Im englischen Sprachraum gibt es den Begriff "PU-Leather". Da Englisch in vielen Ländern gesprochen wird, gibt es für die Verwendung des Begriffs keine einheitliche Regelung.


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