Selber gerben

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Die "Gerbung" ist der wichtigste Schritt in der Lederherstellung und dient maßgeblich der Konservierung der Tierhäute, um deren Zersetzung zu verhindern und sie für ihre spätere Verwendung zu stabilisieren.

Es gibt im Internet viele Informationen und auch jede Menge Literatur mit Anleitungen zum Selbstgerben. Auf jeden Fall sollte man diese gründlich studieren und alle Sicherheitsvorschriften und auch die Entsorgungsvorschriften penibel beachten. Das Ergebnis einer Gerberei wird i.d.R. immer besser sein als eine Hausgerbung. Dicke Leder kann man nur mit einer Spaltmaschine sauber aufspalten und Gerbfässer und Walktrommeln sind nicht so leicht durch Handarbeit zu ersetzen.


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Erster Schritt ist die Besorgung der zu gerbenden Häute. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Viele Förster und Jäger nutzen die Haut nicht. Es ist Abfall für sie. Daher dort nachfragen, ob man brauchbare Häute erhalten kann. Wildzüchter, Schlachthöfe oder Metzger können auch gefragt werden.
  • Die Häute sollten möglichst wenig Schäden aufweisen. Häufig werden Häute falsch aufgeschnitten und haben zu viele Löcher für eine Gerbung. Daher vorher so gut es geht auf Schäden wie Schnitte, Hautkrankheiten oder andere Hautschäden kontrollieren.
  • Die Häute von männlichen Tieren sind dicker als die von weiblichen Tieren und die von jungen Tieren dünner als die von älteren Tieren. Je nach Verwendungszweck sollte die Stärke des Leders ausgewählt werden. Für Bekleidung z. B. eher dünner und für Taschen, Schuhe oder Stiefel eher dicker.
  • Die frische Haut kann voller Parasiten sein. Daher evtl. kurz einfrieren, um die Parasiten zu töten und Häute in verschlossenen und dichten Behältern (Eimer, Tüten etc.) transportieren.
  • Die Häute müssen sehr frisch sein, so dass der Verwesungsprozess noch nicht eingesetzt ist.
  • Konservierten Häuten, insbesondere bei einer Trockensalzkonservierung, kann man die Hautschäden nicht so gut ansehen. Sie müssen dazu gut gespült werden, damit das Salz ausgewaschen wird. Bei Fellen besteht dazu das Risiko, dass das Haar zumindest teilweise ausfällt.


Weitere Vorbereitungen

  • Den Ort der Gerbung auswählen. Die freie Natur oder ein Schuppen, eine Garage etc. sind geeignete Orte. Wasser sollte griffbereit sein.
  • Gerben ist nass und schmutzig. Geeignete Kleidung auswählen (Stiefel, Schürze, evtl. Handschuhe) und bei Temperaturen arbeiten, die nicht zu heiß und zu kalt sind, damit die Arbeit auch Spaß macht.
  • Reste vom Entfleischen und Enthaaren gleich entsorgen. Das verhindert Gestank und lockt nicht Insekten und anderes Ungeziefer an.


Folgend sind die Schritte beschrieben, wenn man selber gerben möchste. Diese Informationen reichen aber nicht, um ohne erfahrene Hilfe einfach loslegen zu können. Es gibt auch oft verschiedene Möglichkeiten der Vorgehensweise. "Übung macht den Meister", und jeder muss die für sich beste Methode finden. Je nach Hautgröße, Tierart, ob mit oder ohne Haare, kann der beste Weg anders sein.

Felle sind schwieriger zu gerben als Häute. Daher sollte man zuerst Erfahrungen bei Häuten sammeln, bis man sich an Felle wagt. Selbst dann wird man gelegentlich erleben, dass das Fell kahle Stellen bekommt.


Einen vollständigen Arbeitsablauf finden Sie bei der Hirngerbung.

Die Anleitung beginnt bei der Trockensalzkonservierung. Am Ende der Beschreibung werden Sie immer zum nächsten Arbeitsschritt geführt.


Die Arbeitsschritte, wenn man selber gerben möchte


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Weitere Informationen


Film über die Lederherstellung


Die Lederherstellung in einer modernen Gerberei.



Die Hirngerbung.


Stationen der Lederherstellung
Lagern - Weichen - Äscher - Entfleischen - Spalten - Beizen - Gerbung - Neutralisieren - Abwelken - Sortieren - Falzen - Durchfärbung und Fettung Trocknen - Zurichtung - Stollen - Endkontrolle


Verfahren der Gerbung
Chromgerbung - Lohgerbung - Weißgerbung (siehe auch Glacé) - Fettgerbung - Synthetische Gerbung


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